Die Hümmling Route Nr. 1 - Hüvener Mühle 2

Die Hümmling Route Nr. 1 - Hüvener Mühle 2 © Andreas Wotte

Die Hümmlingroute - Ein-Sommertagstraum

 

Ich weiß noch, wie ich zum ersten Mal von Ultrastefan zu einer Tour um Oldenburg eingeladen wurde. Schleierhaft jedoch bleibt mir bis heute, wie ich zu der Ehre des mir bis dahin gänzlich unbekannten Hardcorebikers kam. Schließlich ...

 

... muss man sich sonst bei dem Athlaten um Followerschaft bewerben. Und das ohne Garantie auf Erfolg!

DIE HÜMMLING-ROUTE – EIN SOMMERTAGSTRAUM

Nun aber haben wir schon einige e-Bike-freie Touren gemeinsam mit guten Leuten, Männern wie Frauen auf die Reihe gebracht. So blieb es für mich nicht aus, selber eine übersichtliche Ausfahrt in den mir bekannten Gefilden anzubieten. Es kam zu der heutigen Route auf den hügeligen Ausläufern des Wiehengebirges, welche so vielen meiner Altvorderen Heimstatt waren.

 

Video: Die Hümmlingroute - Ein Somertagstraum

 

The Return Of "German Nationalmannschaft"

Wir bewegen uns unmittelbar auf den Sonnenhöchststand zu an diesem 19. im Monat des Juni. Allerorten stehen kultische Handlungen in Vorbereitung: Der „Longest Day“ der Segelflieger am Steinberg, The Return Of The German Nationalmannschaft beim Spiel gegen Portugal und ganz bestimmt versammeln sich wieder einmal etliche Verstrahlte an den Externsteinen bei Detmold um an längst vergangenen germanischen Gottheiten unwürdige Wiederbelebungsriten zu zelebrieren. Pünktlich aber um 10:00 Uhr MESZ, versammelt The Gathering Of Eingeschworene MuskelantriebsradlerInnen am Bahnhof in Lathen zu diesem110 Km-Trip, der sich doch erheblich von den meisten anderen Rundreisen der vergangenen Jahre unterschied.

Lediglich Seahunter hatte, genau wie ich, bei seiner Planung der Krummhörner Kirchentour dieselbe Latte gerissen: Die Anzahl der Highlights versaut einer echten Bikertruppe die Geschwindigkeit. Dafür jedoch steigt die Genussquote. Ist doch auch schön, oder? So radelten wir dann von Lathen durch die Sprakeler Heide und über den Hümmling einem nicht enden wollenden, fröhlich-sonnigen Sommertagstraum entgegen.

Schon das erste Highlight, die Hünengräber bei Bruneforth, gefolgt von der gleichnamigen Wassermühle, brachten unserer, diesmal recht kleinen Gruppe Begeisterung für die Sehenswürdigkeiten des sanften Geestrückens zwischen Surwold und Berßen, wie auch Wiedersehensfreude. Es lief richtig mit. Gerade noch pünktlich, erleben wir noch eine Kindstaufe an der Weidenkirche hinter jener Wassermühle. Ein traumhaftes Ereignis zu Niederkien.

Schon die frühe Mittagsluft beginnt zu flimmern. Grillen zirpen. Ansonsten Stille. Sanft nimmt leichter Wind uns auf dem weiteren Weg die Hitze dieses schier endlosen Sommertages. Bis zur Hüvener Mühle, an dem einer meiner Vorfahren Schwarzbrotbäcker war, bewunderten wir weitere Orte der Megalithenkultur der Frühsteinzeit. Zu der Hüvener Mühle selbst muss ich ja nix mehr sagen – ein fantastischer Ort an der Mittelradde. Absolut sehenswert.

Gespannrennen und Labyrinthe aus Buchsbäumen

Danach ein Glücksgriff: Wir entscheiden uns, die Tour umzuplanen: Weg mit dem Koloss von Hüven. Stattdessen auf nach Ahmsen, zu dem Buchsbaumlabyrinth und dem Skulpturengarten. Nur so stolperten wir, quasi vom Glück begünstigt, in ein Gespannrennwettbewerb in Lähden.

Hat jemand von Euch schon mal sowas gesehen? Es ist der Hammer! Sicher, sicher – ich höre schon die Bedenken der Tierschützer. Ist schon klar. Ist auch sicherlich was dran. Aber was hier WagenlenkerInnen und Pferde auf diesem Wettbewerb leisteten, ist absolut atemberaubend. Raubend war der Aufenthalt in diesem volksfestartigen Trubel ebenfalls für die Zeit. Aber wen juckt’s? Wir bewegen uns auf die Sommersonnenwende zu. Also ab dafür! Der nächste Knaller dann im Buchsbaumlabyrinth am Kloster in Ahmsen. Sind wir komplett abgegangen, dieses Monsterlabyrinth. Schwindelerregende Kilometer von Strecke auf kleinstem Raum. Es war zum Rotieren und fast keiner hatte dabei geschummelt.

Clemenswerth und Public Viewing - Welten treffen aufeinander

Zum Nachmittag erreichten wir den kulturellen Höhepunkt der Hümmling-Route: Sögel! Das Schloss Clemenswerth mit seinen Parkanlagen, das Rathaus, das Heimathaus. Eine Sehenswürdigkeit jagt die nächste. Aber die brutalste Lockung stand uns noch bevor: Unmittelbar vor der besten Eisdiele der Region, am Marktplatz in Sögel wurde zu 18:00 Uhr ein riesiges Public-Viewing zum Spiel Portugal-Deutschland mit einer gigantischen Leinwand angeboten. Das Eis war der Burner - fraglos. Aber das Public Viewing, das Wetter, die Bierstände. Selbst die Polizei verdrückte sich in Parkbuchten, um den Dienst, Dienst sein zu lassen. Oh man! Welch ein Event. Scharen von Menschen, beschwingt in Sommerkleidung strömten gen Stadtmitte. Es wurde dringend Zeit, das wir wegkamen, bevor es um die Tour geschehen war. Der Absprung gelang. Der Fichtenwald vor Spahnharrenstätte an einer menschenleeren Straße kühlte angenehm die Gemüter. Es stand 1:0 für Portugal. Wir hatten keine Ahnung, wie es im fernen München weiterging.

Hier aber, mittlerweile angelangt am Fuße des Windberges, der höchsten Erhebung des Hümmlings, wog ein Hanffeld zart duftend, in einer lauen Brise der späten Nachmittagssonne. Das brachte die richtige Stimmung zur Besichtigung des Batakhauses in Werpeloh, einem exotischen Pfahlbauhaus aus Sumatra. Total irre Geschichte.
Jetzt noch schnell nach Börger, bevor wir den Segelfliegern bei ihren späten Starts am „Longest Day“ zuschauen konnten. Aber Oh Weh! Die schwachen Geister erlagen der Fußballverlockung und saßen bereits am Lagerfeuer bei Bier und Leinwand. Welch jämmerlicher Ausfall auf Seiten der Aeronauten. Gut, das wir hingegen hart blieben. Mittlerweile hatte sich das Geschick für die deutsche Mannschaft geändert. Kurz vor Werpeloh mit seinem schön angelegten Ensemble an der Windmühle war dann auch klar, dass Portugal mit vier geschossenen Toren gegenüber der deutschen Mannschaft mit 2 ihren Treffern verloren hat. Verrückte Sache das mit dem Fußball: 2 Tore mehr geschossen und trotzdem verloren. …

Die Straßen gehörten nun endgültig unserer kleinen, vierköpfigen Truppe, die sich mit einer spektakulär niedrigen Durchschnittsgeschwindigkeit von unter 18 km/h (OMG!) hinter Steinbild entlang der wunderbaren Ems gen Lathen bewegte. Letzte friedvolle Bilder des breiten Flusses füllten unsere von diesem Sommertagstraum längst überbordenden Seelen um weiteren Atem. So beschlossen wir den wunderbaren Tag in Lathen gegen 21:00 Uhr ankommend mit Pizza, Steaks, Rollos und dem allseits beliebten Gerstensaft.

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Bild: Andreas Wotte bei der Arbeit

Blogger: Andreas Wotte

Andreas Wotte ist Mitglied im ADFC Emsland, Alltagsradler und Extrem-Biker. Wir freuen uns, auf den Seiten des ADFC-Emsland seine Beiträge zum #abseitsradeln bereitstellen zu können und wünschen viel Vergnügen beim Lesen.

Du kannst zu ihm direkt hier Kontakt aufnehmen:

e-Mail an Andreas Wotte

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