Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Kreisverband Emsland

Stichwahl zum Oberbürgermeister in Lingen 2026

Lingen hat gewählt. Einzige Gewinner sind Linke (+ 5%) und AFD (+ 10%). Stärkste Kraft bleibt die CDU.

Aber wer wird Bürgermeister und was wird das für guten Radverkehr bedeuten? Exklusiv stellen wir ihre Positionen gegenüber.

MIt 49,49% hat Jens Hofschöer als Kandidat für das Bürgermeisteramt die absolute Mehrheit knapp verfehlt. Damit wird es am 27. September 2026 zur Stichwahl mit Dieter Krone kommen. Krone hatte es im ersten Anlauf auf 35,16% der Stimmen gebracht. 15,34% der Wählenden haben sich für andere Kandidat:innen entschieden. Es kann also knapp werden. Beide Kandidaten haben gute Chancen in den nächsten 8 Jahren das Bürgermeisteramt zu bekleiden. Wer das Rennen macht, hat die Chance, die Verhältnisse in Lingen wesentlich zu gestalten. Wird es Dieter Krone gelingen, die 15,34% der Wählenden für sich gewinnen, dann kann er Bügermeister werden. Geht das Rennen um die frei gewordenen Stimmen pari pari aus, ist der Kandidat der CDU sicher Bürgermeister. 

Damit sich alle Wählerinnen und Wähler ein präzises Bild zum Radverkehr machen können, haben wir hier exklusiv die Positiionen der beiden Kandidaten aufgeführt. Hier die Themen, zu denen Jens Hofschöer und Dieter Krone Stellung nehmen:

Die Themen: 

  1. Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmenden
  2. Verkehrssicherheit als kommunale Pflicht
  3. Tempo 30
  4. Verkehrsflächen
  5. Fahrradstraßen
  6. Kreuzungen und Ampelschaltungen
  7. Planung neuer Bau- und Gewerbegebiete
  8. Strukturelle Verankerung des Radverkehrs in der Verwaltung
  9. Modal Split
  10. Finanzierung

Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmenden.

Grundsätzlich sollte der innerstädtische Radverkehr in Lingen gleichberechtigt gegenüber dem motorisierten Individualverkehr geführt werden. 

Frage an die Kanditat*innen:

a)Wie bewerten Sie diesbezüglich den Status Quo in Lingen?

Jens Hofschröer:
"Die Gleichberechtigung des innerstädtischen Radverkehrs gegenüber dem motorisierten Individualverkehr ist für mich ein wichtiger Bestandteil moderner Stadtentwicklung. Lingen hat hier in den vergangenen Jahren Fortschritte gemacht, dennoch erleben viele Menschen im Alltag noch Unsicherheiten und Lücken im Radwegenetz. Daher ist dieses Anliegen inzwischen deutlich stärker anerkannt als noch vor einigen Jahren – sowohl in der öffentlichen Diskussion als auch in politischen und planerischen Prozessen. Gleichzeitig zeigt der Status quo, dass wir uns weiterhin in einem Entwicklungsprozess befinden. Es sind bereits erste Fortschritte sichtbar. 

Für eine deutliche Verbesserung bis hin zu einer Gleichberechtigung bleibt aber noch einiges zu tun. Damit sich Menschen jeden Alters sicher und selbstverständlich mit dem Fahrrad durch Lingen bewegen können, müssen wir Hauptachsen stärker auf sichere, durchgängige Radverbindungen überprüfen und bestmöglich ausrichten."

Dieter Krone:
“Im Rahmen der Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmer ist der innerstädtische Radverkehr in den letzten Jahren in Lingen mit hohen finanziellen Mitteln stark ausgebaut worden. 

Gleichwohl bleibt dies eine Daueraufgabe, da eine Stadt mit rund 60.000 Einwohnerinnen und Einwohnern nur sukzessive umgestaltet werden kann.”

Frage an die Kandidat:innen: 

b) Welche konkreten Maßnahmen werden Sie ergreifen, um diese Gleichberechtigung zu gewährleisten?

 

Jens Hofschröer: 
Der Konrad-Adenauer Ring ist seit Jahren ein Problemfeld für den Radverkehr. 

Die heutige Situation ist für viele Radfahrende nicht sicher genug. Hier besteht aus meiner Sicht Handlungsbedarf. 

Auch wenn die Flächen begrenzt sind, müssen wir bestehende Aufteilungen neu bewerten und tragfähige Lösungen entwickeln, die Sicherheit und Verkehrsfluss besser miteinander verbinden.”

Dieter Krone: 
"Aktuell wird mithilfe eines professionellen Fachbüros erstmals ein übergreifendes Mobilitätskonzept 2030+ für die Stadt Lingen erarbeitet. 

Mittels umfangreicher Zählungen, Unfallanalysen und Nutzungsdaten wird in den nächsten Wochen objektiv aufgezeigt, wo Handlungsbedarf besteht und welche Maßnahmen die größten Wirkungen
entfalten."

 

Verkehrssicherheit als kommunale Pflicht.

Frage an die Kanditaten:
a) Wo sehen Sie aktuell die größten Sicherheitsdefizite für Radfahrende in Lingen?
b) Welche drei Maßnahmen werden Sie diesbezüglich prioritär angehen?

Jens Hofschröer
a) “Insbesondere schmale Radfahrstreifen an einzelnen Hauptstraßen bergen ein großes Sicherheitsdefizit für verschiedene Verkehrsteilnehmende. Die größten Risiken entstehen an Kreuzungen, schmalen Radfahrstreifen und Mischsituationen mit dem ruhenden Verkehr”
b) "1. Der konsequente Ausbau sicherer Hauptradrouten 
2. Sichere Schul- und Arbeitswege.
3. Als wesentliche Daueraufgabe sehe ich, die vorhandene Infrastruktur regelmäßig zu ertüchtigen und an die sich entwickelnden Bedürfnisse (E-Bikes, Lastenräder etc.) anzupassen. 
Gerade sichere Schulwege sind mir persönlich wichtig, weil ich selbst während meiner gesamten Schulzeit bis zum Abitur mit dem Fahrrad von Holthausen zum Franziskusgymnasium gefahren bin."

Dieter Krone
a) “Eine höchstmögliche Verkehrssicherheit für alle Radfahrende ist oberste Priorität. Aktuelle Sicherheitsdefizite sind zum Beispiel Mindestabstände beim Überholen, das Überqueren von Kreuzungspunkten oder auch das Tempo auf den Straßen.”
b) "1. Verkehrsknotenpunkte an Kreuzungen mit abgesetzten Haltelinien, eigenen Ampelphasen und guten Sichtbeziehungen verbessern. 
2. Sichere Infrastruktur ausbauen durch ausreichend breite Spuren und einer möglichst baulichen Trennung der Fahrbahnen. 
3. Temporeduzierungen auf Tempo 30 auf verschiedenen Straßenzügen."

 

Tempo 30

Studien belegen (z. B. die der Björn-Steiger-Stiftung), dass Tempo 30 bedeutet:
weniger Unfälle, vor allem mit weniger Schwerverletzten und ein positiver Effekt auf die Umwelt, bei nur geringer Fahrzeitverlängerung.

Frage an die Kandidaten:

a) Unterstützen Sie Tempo 30 innerorts als Instrument, um Sicherheit und eine gleichberechtigte Nutzung der Verkehrsflächen zu ermöglichen

b) Werden Sie für ein generelles Tempo 30 (mit einzelnen Ausnahmen) innerhalb der Stadt Lingen eintreten?

 

Jens Hofschröer
a) 
“Ja. Die vielen Bereiche in Lingen, an denen bereits Tempo 30 gilt, zeigen uns die positiven Effekte.”

b) 
“Dort, wo viele Menschen unterwegs sind – etwa in Wohngebieten, an Schulen oder in Einkaufsbereichen – ist Tempo 30 ein sinnvolles Instrument für mehr Sicherheit und Lebensqualität.”

Dieter Krone
a) 
“ja”

b) 
“Tempo 30 in Wohngebieten und auf Nebenstraßen senkt nachgewiesen das Unfallrisiko erheblich. 
Deshalb möchte ich die Temporeduzierung fortlaufend ausbauen, um den Radverkehr zum Beispiel auch für Berufspendler und aus Umweltgesichtspunkten attraktiver zu machen.”

 

Verkehrsflächen 

An vielen stark frequentierten Straßen in Lingen existieren Fahrbahn, Radstreifen und Parkstreifen nebeneinander jeweils nur in Mindestbreite. Gleichzeitig ist gesetzlich ge­regelt, dass Autofahrer:innen beim Überholen von Radfahrer:innen einen Abstand von 1,50 m einhalten müssen. Und nach gängiger Rechtsprechung sollen Radfahrer:innen ihrerseits zu den parkenden Autos einen Mindestabstand von 0,90 m einhalten (Stich­wort „Dooring“). Damit ist aber ein Überholen auf den genannten Straßen bei Gegen­verkehr im Grunde ausgeschlossen – geschieht gleichwohl andauernd. 
Die Verkehrsflächen sind begrenzt. Die Beseitigung der Parkstreifen aber würde Platz für einen breiteren und damit sichereren Radstreifen schaffen (vgl. bspw. Neugestaltung der Nordhorner Straße).

Frage an die Kandidaten:

a) Erkennen Sie hier eine Gefährdung der Radfahrenden?

b) Werden Sie durch Beseitigung der Parkstreifen an den genannten Straßen (und ggf. weiteren) eine Verbesserung zum Schutz der Radfahrenden herbei­führen

Jens Hofschröer
a) 
“Ja. Überall, wo die vorhandenen Flächen knapp sind, besteht derzeit leider eine solche Gefährdung.”

b) 
“Sicherheit muss Vorrang vor der bisherigen Flächenaufteilung haben. 
Wo Mindestabstände dauerhaft nicht eingehalten werden können, müssen bestehende Verkehrsflächen neu bewertet werden. 
Dazu kann im begründeten Einzelfall auch die Änderung von Parkstreifen gehören. Ergänzend ist die Schaffung attraktiver Alternativrouten (Stichwort: Erweiterung Hauptradrouten-Netz) zu fokussieren”

Dieter Krone
a) 
“Eine Gefährdung ist in Teilbereichen nicht auszuschließen.”

b) 
“Bei Umbaumaßnahmen sollten breitere Radstreifen auch unter Reduzierung von Parkflächen umgesetzt werden.”

 

Fahrradstraßen 

Fahrradstraßen dienen lt. StVO der Bevorzugung des Radverkehrs, können in Lingen aber fast überall auch weiterhin durch Kfz genutzt werden, nicht selten als Abkürzung (bspw. Am Kaninchenberg, Ludwigstraße/Feldstraße, Altenlingener Weg, Damaschkestraße).
Frage an die Kandidaten:

Welche Maßnahmen werden Sie ergreifen, um zukünftig motorisierten Durchgangsverkehr in Fahrradstraßen zu unterbinden (z. B. durch modale Sperren) und damit die gesetzliche Vorgabe konsequent umzusetzen?

Jens Hofschröer
"Die Einrichtung von Fahrradstraßen hat sich in Lingen bereits bewährt - auch die Freigabe für Anlieger oder allgemein für den Pkw-Verkehr ist an vielen Stellen sinnvoll. Klar ist aber auch, dass Fahrradstraßen ihrem Namen gerecht werden, sicher und attraktiv bleiben müssen. Modale Sperren können dort ein hilfreiches Mittel sein, wo der auftretende Autoverkehr den Charakter der Fahrradstraßen konterkariert. Wo Abkürzungen und Schleichwege den Charakter der Fahrradstraße beeinträchtigen, sind geeignete Maßnahmen daher zu prüfen und soweit möglich umzusetzen.
Grundsätzlich sind attraktive Routen für alle Verkehrsteilnehmenden das zentrale Ziel. Dafür werde ich mich einsetzen."

Dieter Krone
“Fahrradstraßen räumen dem Radverkehr grundsätzlich Vorrang ein. Im Falle von Verstößen durch Autoverkehr, der kein Anliegerverkehr ist und lediglich Abkürzungen sucht, werde ich modale Sperren einbauen, um dies möglichst unattraktiv zu machen und zu unterbinden.”

 

Kreuzungen und Ampelschaltungen

Radfahrende müssen an Kreuzungen häufig erst Grün anfordern (Stichwort „Bettelampeln“) und werden dabei meistens mit dem Fußverkehr geführt. Um sicher links ab­zubiegen sind die Radfahrenden in Lingen i. d. R. gezwungen, indirekt abzubiegen. Viel­fach gibt es für die Autofahrenden so genannte „freilaufende Rechtsabbieger“, die i. d. R. nur mit einem Zebrastreifen versehen sind; dadurch hat der querende Radfahrende keinen Vorrang, es sei denn, er schiebt sein Rad (bspw. Querung unterhalb der Fuß­gänger-/Radfahrerbrücke im Zuge der Rheiner Straße (am Wasserturm). Diese freilaufenden Rechtsabbieger stellen bei ohnehin unfallträchtigen Kreuzungen eine zusätz­liche besondere Gefährdung für die Radfahrenden dar.
Frage an die Kandidaten:

Welche konkreten Maßnahmen an Kreuzungen und Ampelanlagen halten Sie für notwendig, um zukünftig Radfahrende sicher, gleichberechtigt und komfortabel zu führen?

Jens Hofschröer
“Bei Neuplanungen sind von Beginn an alle Verkehrsarten mitzudenken und in die Planungen einzubinden. Bei Kreuzungen und bestehenden Ampeln gilt es individuell zu überlegen, wie gezielt nachgebessert, Rechtsabbieger-Konflikte verringert und Grünwellen für Radverkehr optimiert werden können. Besonders gefährliche Konflikte zwischen abbiegenden Fahrzeugen und querendem Radverkehr müssen konsequent entschärft werden.”

Dieter Krone
“Im Rahmen einer intelligenten Verkehrsführung sind alle Verkehrsteilnehmende gleichermaßen zu berücksichtigen, dies gilt insbesondere auch für den Fußverkehr. Zur Vermeidung von Konflikten sind getrennte Grünphasen zu favorisieren. Mit dem Einsatz von KI-basierter Sensorik, die an den Ampelanlagen unterschiedliche Verkehrsteilnehmende automatisch erkennt und Grün anfordert, ohne dass ein Taster gedrückt werden muss, wird zusätzliche Sicherheit und Komfort erreicht. Bei Kreuzungsanlagen sind zunehmend vorgezogende Aufstellflächen für Radfahrende umzusetzen.”

Planung neuer Bau- und Gewerbegebiete
Frage an die Kandidaten:

a) Welche konkreten Aspekte gilt es Ihrer Meinung nach bei der Planung neuer Bau- und Gewerbegebiete zu berücksichtigen, um den Radverkehr von Beginn an (und nicht erst nachträglich!) gleichberechtigt und mit eigener Infrastruktur zu berücksichtigen?

b) Welche konkreten Maßnahmen werden Sie diesbezüglich ergreifen?

Jens Hofschröer
a) “Neue Bau- und Gewerbegebiete müssen von Beginn an, (d.h. bereits im Planungsprozess / Beginn des Bauleitplanverfahren) sichere Radwege, gute Abstellmöglichkeiten und eine sinnvolle Verknüpfung mit dem ÖPNV berücksichtigen. Meine Erfahrungen mit der konzeptionellen Umsetzung von Mobilitätsstationen und vernetzten Verkehrskonzepten möchte ich dabei aktiv in Lingen einbringen.”
b) “In meiner heutigen Tätigkeit setzen wir ein konzeptionell unterlegtes Netz an Mobilitätsstationen um. Mobilitätsstationen werden als gemeinsamer Standard an festgelegten Standorten verschiedene Verkehrsmittel (vor allem Fahrrad, Bus, Carsharing) und Wegeketten an einem Ort synergetisch verbinden, um schneller und bequemer in der Stadt unterwegs sein zu können. Flankiert wird dies durch eine attraktive Flächengestaltung und je nach Standort weiteren Services wie z. B. einer Radservicestele, WLAN, Ladeinfrastruktur und einem Wasserspender. Zur Umsetzung der Mobilitätsstationen wurde ein gemeinsames Rahmenkonzept entwickelt.”

Dieter Krone
a) “Ein Teil des neuen Mobilitätskonzeptes umfasst auch die planerischen Empfehlungen einer nachhaltigen Quartiersentwicklung bei neuen Bau- und Gewerbegebieten. Hierbei soll das Fahrrad eine zentrale Rolle in der Alltagsmobilität einnehmen.  Dies erfordert eine frühzeitige Integration in die Bauleitplanung.”
b) “Anlegung von sicheren und breiten Radwegen. Anbindung neuer Wohngebiete an das übergeordnete Radverkehrsnetz und Lücken im Netz schließen. Nutzung von Fahrradstraßen oder Fahrradzonen zur Reduzierung des Durchgangsverkehrs. Gute Verknüpfung mit dem ÖPNV. Bereitstellung sicherer und überdachter Fahrradparkplätze direkt am Eingang der Betriebe.”

 

Radverkehr in der Verwaltung verankern
Frage an die Kandidaten:

a) Werden Sie zukünftig eine:n hauptamtliche:n Radverkehrsbeauftragte:n ein­setzen, um die Belange des Radverkehrs nicht nur stundenweise und neben­bei, sondern in Vollzeit zu vertreten?

b) Wie müsste diese Stelle ausgestaltet werden bzw. welche konkreten Auf­gaben müsste diese Stelle erledigen?

Jens Hofschröer
a) “In der Stadt, in der ich heute Verantwortung übernehme, machen wir gute Erfahrungen mit der Stelle eines Radverkehrskoordinatoren, der sich zentral im Baudezernat um alle Belange des Radverkehrs kümmert. Um das Thema Radverkehr dauerhaft und strukturiert innerhalb der Verwaltung zu verankern, halte ich eine konkrete und zuverlässige Ansprechperson für die Koordination der Belange des Radverkehrs folgerichtig für sinnvoll und unterstütze eine Verankerung in der Verwaltung / geeignete Besetzung.”
b) "Mit dem Ziel die Fahrradfreundlichkeit von Lingen und die Verkehrs-infrastruktur zu verbessern, ist die Stelle eines Radverkehrskoordinators in erster Linie als koordinierende und strategische Schnittstelle innerhalb der Verwaltung ausgestaltet. Zentrales Aufgabengebiet ist es, die Belange des Radverkehrs übergreifend zu bündeln und als feste Ansprechperson für Politik, Verwaltung sowie Bürgerinnen und Bürger zu fungieren.
Konkrete Aufgaben wären die Entwicklung und Fortschreibung eines Radverkehrskonzepts, die Begleitung, Abstimmung und Bewertung von Infrastrukturmaßnahmen sowie weiteren verkehrs-planerischen Maßnahmen im Hinblick auf ihre Auswirkungen auf den Radverkehr, die Koordination zwischen verschiedenen Fachbe-reichen, die Unterstützung bei Förder-mittelanträgen und Projektumsetzungen sowie die Vernetzung mit lokalen und überregionalen Vereinen und Verbänden."

Dieter Krone
a) “Um der wachsenden Bedeutung der Radverkehrs in unserer Stadt besser gerecht zu werden, möchte ich zukünftig eine hauptamtliche Stelle in Vollzeit für eine:n Radverkehrsbeauftragte:n einrichten.”
b) “Diese Stelle soll als zentrale Schnittstelle zur Förderung des Radverkehrs verschiedene Maßnahmen innerhalb der Verwaltung (zum Beispiel dem Tiefbauamt und der Stadtplanung) und der breiten Öffentlichkeit nach außen (zum Beispiel mit Verbänden oder Vereinen sowie Bürgerinnen und Bürger) koordinieren. Eine wesentliche Aufgabe wird darin bestehen, Kommunikation und Beteiligungsformate zu erarbeiten, die Akzeptanz schaffen. Dialoge und digitale Meldeplattformen unterstützen dabei, Probleme früh zu erkennen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln.”

 

Modal Split
Frage an die Kandidat:innen:

a) Werden Sie regelmäßig und zu verschiedenen Zeiten den Modal Split innerhalb der Stadt Lingen ermitteln lassen?

b) Welchen Modal Split streben Sie an?

c) Welche drei Maßnahmen werden Sie diesbezüglich prioritär vornehmen?

Jens Hofschröer
a) "Mobilitätspolitik braucht Beteiligung und belastbare Daten. Als Smart City Modellstadt mache ich in meiner aktuellen Aufgabe mit einer sensordaten-gestützten Stadt- und Mobilitäts-entwicklung sehr gute Erfahrungen. Deshalb halte ich eine regelmäßige Erhebung des Modal Split für sinnvoll, um Entwicklungen nachvoll-ziehen und Maßnahmen bewerten zu können.
Mit Blick auf den personellen, organisatorischen und finanziellen Aufwand ist es entscheidend, ein praktikables und belastbares Monitoring aufzubauen, das eine kontinuierliche Daten-grundlage für die zukünftige Verkehrsplanung schafft."
b) “Bereits in meiner heutigen Tätigkeit wird auf Grundlage einer Mobilitätsstrategie besonderer Schwerpunkt auf die Förderung des Verkehrs des Umweltverbundes gelegt. Zum Umweltverbund gehören Rad- und Fußverkehr sowie der ÖPNV. Die Förderung des Umweltverbundes führt langfristig zu einer Reduzierung des motorisierten Individual-verkehrs und somit zu einer Reduzierung des Straßenlärms. Drei der sechs Mobilitätsziele der Stadt zielen direkt auf den Umweltverbund ab und auch in den anderen drei Zielen werden Projekte verfolgt, die direkt oder indirekt einen positiven Einfluss auf den Fuß- und Radverkehr sowie auf den ÖPNV haben. Diese Erfahrungen werde ich in Lingen einbringen. Mein Ziel ist es, den Anteil des Umweltverbundes in den kommenden Jahren deutlich zu stärken, wobei die Wahl des Verkehrs-mittels grundsätzlich jede/r einzelne auch in Zukunft frei treffen können wird.”
c) “s.o.”

Dieter Krone
a) “Mit der Beauftragung des neuen Mobilitätskonzeptes für die Stadt Lingen wird erstmals im Herbst dieses Jahres von einem Dresdener Fachbüro der Modal Split unserer Stadt ermittelt. Diese Erhebung wollen wir im Zeitraum von 3 – 5 Jahren regelmäßig wiederholen.”
b) “Ein erstrebenswerter Modal Split beim Radverkehr in Lingen sollte zwischen 15 und 20 Prozent liegen.”
c) "1. Nutzung der Modal- Split -Daten, um Verkehrsströme in Richtung Optimierung des Radverkehrs zu steuern. 
2. Weiterer Ausbau eines geschlossenen und sicherern Radwegenetzes. 
3. Stärkung des ÖPNV und Vernetzung der Mobilitätsangebote, zum Beispiel durch Aufbau von Mobilitätsstationen wie demnächst am Bahnhof Lingen."

 

Finanzierung 

Immer wieder werden Ausgaben der Stadt Lingen als Ausgaben für den Radverkehr be­zeichnet, obwohl sie nicht nur für den Radverkehr erfolgen.
Frage an die Kandidaten: 

a) Wie stellen Sie sicher, dass seitens der Stadtverwaltung zukünftig realisti­sche Angaben zur finanziellen Förderung des Radverkehrs gemacht werden, die tatsächlich nur oder zumindest deutlich überwiegend den Radverkehr betreffen?

b) Werden Sie zukünftig die Zahlen entsprechend getrennt ausweisen lassen, damit die Aufwendungen für alle Verkehre verglichen werden können?

Jens Hofschröer
a) “Eine klare Zuordnung der eingesetzten Mittel halte ich für wichtig. Deshalb unterstütze ich die konkrete und realistische Ausweisung der Ausgaben zur Förderung des Radverkehrs.”
b) “Die Angaben müssen transparent, verstehbar und nachvollziehbar sein.”

Dieter Krone
a) “Die finanzielle Förderung des Radverkehrs wird demnächst in den Vorlagen differenzierter vorgelegt.”
b) “Ja, soweit eine klare Trennung möglich ist.”

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