
Wahlergebnisse Papenburg 2026
Mit großer Mehrheit wurde Vanessa Gattung als Bürgermeisterin wiedergewählt. Jetzt will sie den "großen Aufschlag" im Radverkehr wagen. Gleichzeitig zieht die AFD mit 7 Sitzen in das Kommunalparlament ein. Wird ein Rechtsbündnis sie torpedieren?
Die Kommunal- und Bürgermeisterwahlen in Niedersachsen sind gelaufen. auch im Emsland wurden Landrat, Bürgermeister*innen und Kommunalparlamente neu gewählt. Nicht nur Niedersachsen, sondern auch das Emsland zeigten sich im Vergleich zum Bundestrend relativ stabil gegenüber der populistischen Bewegung von rechts. Dennoch konnte die AFD in vielen Orten erheblich zulegen. So auch in Papenburg.

Sitzverteilung im künftigen Papenburger Stadtrat
Während alle bisherigen Parteien im Papenburger Stadtrat Stimmen verloren, gewannen AFD (+ 13,33% = 7 Sitze) und die Linke (+ 3,95% = 3 Sitze) sehr deutlich und deutlich dazu.
Auch Volt könnte hier genannt werden, wenn sie ins Parlament eingezogen wären.
Die CDU verliert 4 Prozent und kommt nun auf 32,76% und 12 Sitze.
Die SPD kommt mit 2,45 % Verlust auf 26,17% und 10 Sitze.
Aber auch FDP, UWG und UBF geben 3,23, 3,18 und 5,18% ihrer Stimmen ab.
Die Grünen bleiben relativ stabil bei minus 0,39% mit 3 Sitzen im Stadtrat vertreten.
Mit der AFD gegen gute Radverkehrspolitik?
Aber was bedeutet das für Fahrradfreundlichkeit, Verkehrswende und den großen Aufschlag im Radverkehr, den die frisch wiedergewählte Bürgermeisterin zusammen mit ihrer Verwaltung in der neuen Legislatur wagen will? Schließlich ist ausgerechnet die AFD nun wirklich nicht als fahrradfreundliche Partei bekannt. Bedeutet diese Sitzverteilung im Stadtparlament, dass die Situation der Radwege weiter den Bach runtergeht und wichtige Verkehrsinfrastruktur verkommt?
Rein rechnerisch könnten CDU und AFD allein mit 19 von 39 Sitzen im Stadtrat die ambitionierten Pläne der Bürgermeisterin nicht ausbremsen. Wieder einmal könnte ausgerechnet die FDP mit ihren 2 Sitzen zum berühmten Zünglein an der Waage werden.
Aber wird die CDU überhaupt eine solche Allianz wollen, wo doch bundesweit weiterhin die Brandmauer Leitlinie in der Partei ist? Dann müsste sich auch noch die FDP zu solch einer Stimmgemeinschaft entschließen.
Oder doch große Einigkeit bei konkreten Projekten?
Oder werden sich CDU und FDP sich hinter die Pläne von Verwaltung und Bürgermeisterin stellen. Die Signale, der von CDU und FDP favorisierten Sabrina Wendt als Bürgermeisterin jedenfalls lassen eher Hoffnung für eine bessere Radverkehrspolitik hoffen.
Sollte das, was Frau Wendt zum Radverkehr sagte auch für die CDU gelten, dürfte Frau Gattung durchaus auch auf Rückenwind von den Konservativen hoffen. Selbst beim Thema Tempo 30 vor Schulen hat sich die CDU bereits eingesetzt.
Was die Fahrradstraßen angeht, dürfte es Einigkeit bei der Verbesserung der Oberflächen geben. Geht es um die Verlängerung der Bülte bis zur Bahn in Aschendorf, könnte auch hier eine gemeinschaftlich bejahende Lösung gefunden werden.
Und wie steht es um Piktogrammketten für besseres Sicherheitsempfinden der Radfahrenden im Straßenverkehr und den Radaufstellstreifen vor Ampelanlagen?
Folgen wir den Überlegungen der von CDU und FDP favorisierten Frau Wendt, sollten diese kostengünstigen Maßnahmen zugunsten eines besseren Fahrradklimas zumindest einer Prüfung vor Ort würdig sein. Das würde in die Tendenz der Bürgermeisterin, auch im Radverkehr “mehr zu wagen” gut hineinpassen. Inhaltlich könnten Bürgermeisterin, SPD und CDU auch hier zusammenkommen, wenn sie denn wollen.
Beim Thema Schulstraßen und Schulwegekonzept rannten wir in unseren Interviews bei allen Kandidat*innen für das Bürgermeisteramt weitgehend offene Türen ein. Da sollte es doch mit dem Gehörnten zugehen, ließen sich keine Einigkeiten hinsichtlich der angekündigten Ziele der wiedergewählten Bürgermeisterin finden.
Bleibt nur noch abzuwarten, ob der guten Absichtserklärung nach der Wahl dann auch Taten folgen oder ob eine falsch verstandene Opposition gegen die Bürgermeisterin zu unseligen Allianzen zulasten der Stadt und ihrer Bevölkerung führen. Der ADFC Papenburg jedenfalls wird die verkehrspolitische Entwicklung in der Stadt aktiv begleiten.








